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Gründungsmitglieder 1936

 

Jakob Dauwalder †

Emil Duber †

Johann Duber, Alpina †

Adolf Feuz †

Hans Gafner, Rossi †

Karl Jaun, Brunnenscheuer †

Fritz Kläger †
 

Adolf Schmocker, Birchi †

Ernst Schmocker, Lehrer †

Gottfried Schmocker, Birchi †

Gottfried Schmocker, Schmocken †

Karl Sigrist, Schmocken †

Albert Wullimann †

Gründung 1936
   

„Aus der Gründerzeit“

Am 11. Dezember 1936 fand im Hotel Beatus die Gründungsversammlung des Jodlerklubs Beatenberg statt. Die 13 Gründungsmitglieder haben sich ausgerechnet in den Krisenjahren zwischen den beiden Weltkriegen zur Gründung ihres Vereins entschlossen. Laut dem Gründungsprotokoll wollte man „zur Hebung des Kurortes“ beitragen; schon damals ging es also wie an den heutigen Folkoreabenden u.a. darum, Gästen aus Nah und Fern das Schweizer Brauchtum näher zu bringen.
1937 – im ersten ordentlichen Vereinsjahr – wurden nebst den Proben und Auftritten nicht weniger als 12 Versammlungen abgehalten. Offenbar galt es, diverse vereinsinterne Anfangsschwierigkeiten zu bereinigen… Zum ersten öffentlichen Auftritt kam es im Januar 1937 am Eishockey-Ball im Hotel Schweizerhof (heute Seminar für Biblische Theologie – Bibelschule). Den ersten eigenen Anlass organisierte der Jodlerklub Beatenberg am 1. Mai 1937 im Hotel Jungfraublick mit einer Theatervorstellung. Diese jährlichen Jodlerkonzerte mit Theatervorstellungen wurden einige Jahre fortgesetzt und bildeten damals wohl die Höhepunkte in der noch jungen Klubgeschichte.
Anders als heute konnten anfänglich Auslagen des Vereins nicht durch Einnahmen des Klubs gedeckt werden. So wurde in den ersten Jahren ein monatliches „Unterhaltsgeld“ von 50 Rappen pro Mitglied erhoben. Damit entschädigte man den Dirigenten und schaffte neues Liedmaterial an.

Da im zweiten Weltkrieg viele Mitglieder Aktivdienst leisten mussten, existierte der Klub vorübergehend nur noch auf dem Papier. Doch „im Geiste“ bestand der Klub auch in jener Zeit, und zum Kriegsende hielt Sekretär Albert Wullimann leicht pathetisch fest:

„Wie ein Märchen klingt die Kunde, dass der Kampflärm endlich schweigt; Hoch gepriesen sei die Stunde, die uns Licht und Hoffnung zeigt.“ „Volkslied und Jodeln sind dem Schweizer, sind der Seele jedes echten Schweizers so nötig, wie Milch und Brot seinem Körper!“ 

 
40er bis 60er Jahre
1946 ist der Jodlerklub Beatenberg dem eidgenössischen Jodlerverband beigetreten. Bloss zwei Jahre später stand für die Beatenberger Jodler erstmals der Besuch eines Jodlerfestes an. Am „Kantonalen“ in Herzogenbuchsee resultierte auf Anhieb ein „Gut“. Das „Eidgenössische“ in Bern 1949 konnte leider aus finanziellen Gründen nicht besucht werden.
Ebenfalls 1946 trat der Jodlerklub Beatenberg auch erstmals an den sogenannten „Abend-Promenadenkonzerten“ – dem Vorläufer des heutigen musikalischen Gästeabends – auf.

Vermehrte Auftritte gegen Entgelt führten allmählich auch zur finanziellen Gesundung des Vereins. So konnte 1958 die erste Vereinsreise der Klubgeschichte unternommen werden. Im Berner Jura besuchte man ein früheres Klubmitglied. 1962 konnte dann doch ein Eidgenössisches Jodlerfest besucht werden. In Luzern wurden dieBeatenberger für ihr Lied „Ds Ankebälli“ von Adolf Stähli mit der Höchstnote belohnt. Die Worb 1953bekannten Lieder und Naturjutze des berühmten Oberhofner Komponisten gehören bis heute zum Stammrepertoire des Jodlerklubs Beatenberg.
Ein Jahr später schloss man sich für die schon fast traditionelle jährliche Vereinsreise dem Gemischten Chor an. Wie man Reiseberichten von damals entnehmen kann, wurde beim Ausflug ins Appenzellerland insbesondere „dem Weisswein und dem Appenzeller in reichlichem Masse“ zugesprochen… 

Auftritt am kantonalen Jodlerfest in Worb 1953
 

70er bis 80er Jahre
An einer Hauptversammlung Ende der Sechzigerjahre wurde längere Zeit darüber diskutiert, ob auch der Jodlerklub Beatenberg eine „Bärgchilbi“ organisieren soll. Das Vorhaben war nicht unumstritten und der entsprechende Antrag stiess unter manchen Mitgliedern auf unerwartet grossen Widerstand. Trotzdem entschied man sich, im Sommer 1969 erstmals eine Chilbi auf der Bodenalp durchzuführen. Der grosse Erfolg gleich bei der ersten Auflage liess die Zweifler verstummen; seither gehört die „Bode-Chilbi“ im Jahresprogramm des Jodlerklubs Beatenberg fest dazu. Der urchige Anlass auf der idyllischen Bodenalp zwischen Beatenberg und der Vorsass ist auch nach über vierzig Jahren aus dem Veranstaltungsprogramm von Beatenberg nicht mehr wegzudenken. Über all die Jahre hat sich am Inhalt einiges geändert. War anfänglich vor allem der „Bodenalp-Schwinget“ ein wesentlicher Bestandteil, gehören heute ein Berggottesdienst, die Festwirtschaft, die Kaffee-Bar und die verschiedenen Spiele für Jung und Alt zum bewährten Rezept. Trachtentänze, urchiger Jodelgesang und rassige Schwyzerörgelimusik waren aber immer schon die wichtigsten Zutaten zu einer gemütlichen „Bode- Chilbi“.

Ende der Siebzigerjahre entstand eine schöne Freundschaft mit einer Trachtentanzgruppe aus Markelo (NL). 1976 trat diese an einem Folkloreabend in Beatenberg auf, ein Jahr später revanchierte man sich mit einem Besuch in Markelo. Diese Reise nach Holland sollte als eine der schönsten in die Klubgeschichte eingehen. Die Freundschaft wurde forthin gepflegt und ein weiterer Besuch fand 1994 zusammen mit der Trachtengruppe Beatenberg statt. 1979 musste darüber befunden werden, ob erstmals eine Jodlerin in den Klub aufgenommen werden sollte. Einige Mitglieder sahen gewisse Probleme darin, plötzlich nicht mehr ein reiner Männerklub zu sein. Schliesslich entschied man sich mit 8:1 aber doch unerwartet deutlich dafür, die Jodlerin aufzunehmen. Immer wieder haben die Beatenberger Jodlerfeste besucht. Bis Ende der Achtzigerjahre liess man sich an „Kantonalen“ oder „Eidgenössischen“ insgesamt zwanzigmal bewerten. Es reichte stets für mindestens ein „gut“; fünfmal schaffte man sogar die Höchstnote „sehr gut“. Hinter jeder dieser Benotungen stehen viele Übungen, Fleiss, Ehrgeiz und die Fähigkeit, am Tag X das Optimum zu zeigen!

 

90er Jahre bis heute

Das 50-jährige Jubiläum begingen die Beatenberger mit einem grossen Fest im Kongress-Saal. Geladene Gäste aus Nah und Fern und die Dorfbevölkerung beglückwünschten den Dorfverein am 25. Oktober 1986 zum runden Jubiläum. Seit 1987 besuchen die Beatenberger jeweils im Frühling das Jodlertreffen der Jungfrauregion. 1995 durften sie ein erstes Mal Gastgeber für diese schöne Veranstaltung sein. Alte Bekannte treffen, die Freundschaftsbande über Klub- und Gemeindegrenzen hinaus pflegen und natürlich viel Singen und Jutzen stehen bei diesen Treffen jeweils im Vordergrund.
Seit Mitte der 90er-Jahre gehört auch das Beatenberger Alphorntreffen zum fixen Jahresprogramm. Jeweils kurz nach der Bodenalp-Chilbi treffen sich auf der idyllischen Chüematte zwischen Dorf und Gemmenalphorn über 30 Alphornbläserinnen und Alphornbläser. Der Jodlerklub Beatenberg ist über die Jahre zum festen Bestandteil des abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramms geworden. 2002 nahm der Jodlerklub Beatenberg als Schweizer Vertreter am Internationalen Männerchortreffen in Meijels (NL) teil. So konnten die bereits seit Jahren bestehenden freundschaftlichen Bande mit Holland weiter gepflegt werden. Ein Jahr später hatten die Beatenberger Jodler die Jodlerklub BeatenbergGelegenheit, die Eröffnung des legendären Mystery Parks Interlaken musikalisch zu umrahmen. Der in Beatenberg wohnhafte geistige Vater des Parks Erich von Däniken liess es sich nicht nehmen, „seinen“ Jodlerklub an die Eröffnung mitzunehmen!

Im Mai und Juni 2007 konnten innert zwei Wochen erst das Jodlertreffen der Jungfrauregion und dann im Rahmen des Oberländischen Schwingfests der grosse Naturjutzabend organisiert und durchgeführt werden. So durften die Beatenberger innert kurzer Zeit gleich zweimal Gastgeber sein und erst die befreundeten Klubs aus der näheren Umgebung und kurz darauf namhafte Jodlerchöre aus dem Berner Oberland und sogar dem Appenzell auf der Sonnenterrasse des Berner Oberlandes begrüssen. Der Frühsommer 2007 ging somit nebst der CD-Taufe im Herbst 2006 als einer der Meilensteine in die jüngere Klubgeschichte ein.

Als der Innerschweizer Jodlerklub Wiesenberg eine Jodlerversion des Ohrwurms „Ewigi Liebi“ einstudierte, erlangte er damit weit über die Jodlerkreise hinaus Berühmtheit. Die „Wisibärger“ verschafften damit dem Jodelgesang allgemein eine nie dagewesene Popularität. So war es für manchen Beatenberger ein Höhepunkt, im September 2008 zusammen mit dem durch Radio und Fernsehen bekannten Jodlerklub Wiesenberg und den weiteren Spitzenklubs St. Stephan und Lötschberg Frutigen an einem Konzert im baselländischen Liesberg singen zu dürfen. In den letzten zwanzig Jahren wurden insgesamt 12 kantonale oder eidgenössische Jodlerfeste besucht. Durch die seriösen Vorbereitungen und den fleissigen Übungsbesuch der Mitglieder wurden die Beatenberger immer mit mindestens einem „Gut“ benotet. Von den letzten drei kantonalen Jodlerfesten in Münsingen, Biel und Gstaad kehrte man sogar jeweils mit der Höchstnote „sehr gut“ zurück nach Beatenberg! Ein Jodlerfest ist für jeden aktiven Jodler stets ein Höhepunkt. Man hat ein Ziel, auf das man gemeinsam hinarbeitet und das man nur als Gruppe erreichen kann. Der jüngste Jodlerfestbesuch war im Juni 2017; am „Eidgenössischen“ in Brig erreichten die Beatenberger mit dem Lied  „Ä schöni Zyt“ von Ueli Moor ein "Sehr gut".
So gehört der Jodlerklub heute zu den aktivsten Vereinen in Beatenberg und ist aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Er organisiert mit dem Saujass und der Bodenchilbi zwei alljährlich wiederkehrende Veranstaltungen, umrahmt Anlässe aller Art, bringt den Beatenberger Feriengästen an den „Folkloreabenden“ das musikalische Kulturgut unserer Region näher und unterstützt andere Vereine bei ihren Festen und Veranstaltungen.

 


Allerlei Heiteres

An der Hauptversammlung 1949 wird Schneider Gottfried Schmocker in den Verein aufgenommen. Es ist das sechste Klubmitglied mit diesem Nachnamen. Das ist aber noch kein Vergleich mit dem von 1957 – 1973 existierenden Jodlerklub Waldegg; zeitweise hörten mehr als die Hälfte seiner Mitglieder auf den Namen „Hans Gafner“…

Anfang der 60er-Jahre fand abwechslungsweise mit den Bärgjodlern Sigriswil und dem Jodlerklub Flüehblüemli Oberhofen ein Treffen statt. Einmal konnten die Beatenberger nur mit 9 Sängern nach Sigriswil reisen. Deren Dirigent empfing sie vor Publikum mit den Worten „Was wiit de dier 9 Mendeni da!“ Doch die 9 Beatenberger wussten zu gefallen! Der ehemalige Dirigent Fritz Roth vom Ruchenbühl besuchte die Hauptversammlung im Hotel Beatus Schmocken 1973. An sich nichts Aussergewöhnliches – doch er tat dies mit seinen über 80 Jahren zu Fuss!


Im Massenlager am eidgenössischen Jodlerfest 1987 in Brig kuschelte man sich in aufgeräumter Stimmung aneinander. Aus Jux band Walter Jaun seinem „Bettnachbar“ – vermeintlich soll es sich um Kari Sigrist gehandelt haben – die Füsse zusammen. Am Morgen stellte man fest, dass es sich jedoch um einen ganz andern, den Beatenbergern gänzlich unbekannten Jodler handelte – Beine in halblein Hosen sind schliesslich schwierig zu unterscheiden. Da das Opfer den nächtlichen Streich noch nicht bemerkt hatte, zog man es vor, das Erwachen desselben nicht abzuwarten…

Im Protokoll zur Hauptversammlung 1996 wurde festgehalten, dass „hoffentlich alle Jodler der Bitte, die Mithilfe der Frauen beim Jodlertreffen und der Bodenchilbi mit einem herzhaften „Müntschi“ zu honorieren, nachgekommen sind“.

Dem Gesang und der damit verbundenen Geselligkeit wurden im Vereinsleben oftmals nach einem „offiziellen“ Teil noch im privaten Rahmen weitergefrönt. So wurde einmal in einem zeitlich nicht definierten Protokoll folgendes festgehalten: „ (…) der eine spriesselt, der andere bartet und der dritte feuert, so haben wir bald kochendes Wasser und damit wärmenden Kaffee. Bald löst ein Lied das andere ab. Dazwischen demonstriert Hans Machens- und Redensarten bekannter Personen des Dorfes. Er versteht es so vortrefflich, dass wir uns fast krummlachen! Gotthold meint schliesslich, wenn man ihn aus dem Klub ausschliessen würde, so möchte er nicht mehr weiterleben! Zu guter Letzt ist Kari der Meinung, dies sei jetzt der schönste Abend, an dem er jemals dabei gewesen sei… Die drei, die das warme Bett dem warmen Kaffee vorzogen, haben etwas verpasst!“